Hans D. Baumeister

Hans D. Baumeister

Peinlich, peinlich: Übersetzungsfehler in deutschen Medien

Ein Podcast des Bayrischen Rundfunks aus der Serie RadioWissen zum Thema Genetik übersetzte eine Aussage des amerikanischen Biochemikers James Watson:

"...if we can find out what the mistake is in the instructions, maybe we can cure it" mit "wir können nachschauen wo die Fehler sitzen und sie ausschalten". Es ging hier um das Thema  genetische Fehler / Krankheiten.

Der Übersetzungsfehler ist so extrem, dass sogar ein Sechstklässler in der Lage sein sollte, ihn zu finden. Die fehlerhafte Übersetzung wird noch unterstrichen mit einer unterschwelligen Anspielung, dass diese Ansicht ggf. doch etwas zu einfach sei.

Fehler dieser Art geschehen häufig und in allen Medien: Radio (Podcast), Fernsehen (vor allem in den Nachrichten) sowie in den Druckmedien. Peinlich wird es meiner Auffassung nach vor allem dann, wenn der Originaltext noch mitgeliefert wird. 

Warum ist das so? Sind die Übersetzer deutscher Medienanstalten so schlecht? Oder steckt Absicht dahinter? Im obigen Beispiel werden Fakten extrem verdreht - von einer klaren Aussage "wenn wir in der Lage sind die Fehler in der (DNA) Anleitung zu finden, könnten wir diese Krankheiten eventuell heilen" zu einer Aussage die z.B. Menschen mit Gendefekten durchaus falsche Hoffnung machen könnte. In meinen Augen ist eine solche Fehlübersetzung ein erheblicher Mangel. 

Da der Fehler in einem Podcast einer Radiosendung verteilt wurde, bestand durchaus einige Zeit um diesen zu bemerken (bzw. vom Publikum darauf hingewiesen zu werden) - weder noch ist anscheinend geschehen.

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