Hans D. Baumeister

Hans D. Baumeister

Empathie der Deutschen

Heute hatte ich ein Erlebnis der 3. Art - oder sagen wir lieber: der “typisch deutschen Art”?

Ich war auf dem Heimweg von Köln, mit einer Verbindung von Köln HBF hach Messe/Deutz mit der S-Bahn. Dort hatte ich meinen Rucksack auf dem Rücken und stand beim Ausgang in der S-Bahn. Im Nachhinein meine ich auch etwas gespürt zu haben, das mag aber Einbildung sein. Es scheint aber, dass jemand versucht hat meinen Laptop aus dem Rucksack zu stehlen, denn beide Reisverschlüsse von der hinteren, großen Tasche (wo der Laptop reingeschoben wird) waren komplett aufgezogen.

Ich lief vom S-Bahn Gleis runter zum Bahnsteig 11 (ICE) und dachte die ganze Zeit, meine Schultergurte hätten sich verstellt, da der Rucksack sich sehr seltsam anfühlte. Als ich ihn dann herunternahm um nachzusehen, flog mein Laptop im hohen Bogen raus und auf den Steinboden. Glücklicherweise ist es ein MacBook Pro aus Alu, somit ist nichts passiert.

Allerdings - und das betrübt mich enorm: ich bin an dutzenden Leuten vorbeigelaufen. So wie mein Rucksack geschlingert hat, muss der Rechner halb rausgehangen haben. Aber: kein einziger hat mich darauf angesprochen. Irre.

Ich erinnere mich an eine Situation in Mailand, als ich aus dem Flughafenzug ausstieg. Ich muss im Zug in etwas klebriges (Kaugummi?) gesessen sein; auf jeden Fall sprachen mich sofort Menschen an, die das bemerkten - leider verstand ich es nicht. Eine ältere Dame nam ein Taschentuch aus ihrer Tasche, drückte es mir in die Hand und führte meine Hand zu der Stelle auf der Rückseite meines Beins. Das nenne ich echte Empathie - nix wie nach Italien!
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