Hans D. Baumeister

Hans D. Baumeister

Reisegepäck-Langlagerung

Eben wartete ich in der Schließfachaufsicht auf einen freien Schalter - vor mir war eine Gruppe Teenies.
Es stellte sich heraus (war nicht zu überhören), dass eine davon wohl vor fünf Wochen (ja, 5!!!) ihren Koffer eingelagert und vergessen hatte, sie bräuchte jetzt aber ein paar Klamotten daraus.

Einen Abholschein hatten sie nicht dabei, ich bin sicher die freundliche Dame, die hier Rede und Antwort stand, hat heute Abend eine tolle Geschichte für ihre Familie...
Comments

Wucher am HBF Köln

Es gibt am HBF Köln eine Einrichtung, die in Deutschland voraussichtlich einzigartig ist, zumindest habe ich so etwas noch nie sonstwo gesehen: vollautomatische Reisegepäckautomaten.

Will man seinen Koffer einige Stunden (oder Tage?) an einem größeren, deutschen Bahnhof verstauen, dann findet man üblicherweise eine größere oder kleinere Ansammlung an Gepäckschließfächern, die man mit Münzen füttert.

Schon vor Jahren fand ich an einem relativ kleinen Bahnhof in den Niederlanden auch solche Gepäckfächer, die aber wenigstens per Kreditkarte bezahlt werden konnten. Anstatt einem Schlüssel bekam man eine mit Barcode bedruckte Papierkarte, die nicht nur als Quittung, sondern auch als automatischer Abholschein diente. Noch relativ einfach - auch in der Handhabung, aber modern (Papierkarte, Kreditkartenzahlung) und relativ günstig.

Schon öfters habe ich mich über Wucherpreise der veralteten Gepäckfächer an manchen deutschen Bahnhöfen beschwert. Was in Köln für das Wegschließen des Gepäcks verlangt wird ist aber schon der Härtefall: Hier hat die Bahn Gepäckautomaten aufgestellt, die - voraussichtlich - das eingelegte Gepäck mittels Fördertechnik im Keller einlagern.

Es stehen im vorderen Quergang (gegenüber vom Reisezentrum) neun solche Automaten (in drei 3-er Gruppen), immer mit fluchenden Reisenden davor, weil der Geldschein nicht geschluckt wurde oder die komplizierte Anleitung nicht in deren Sprache verfügbar ist.

Klar, Platz für Reihen über Reihen von Gepäckfächern können sicherlich gewinnbringender für Ladengeschäfte genutzt werden - somit ist dies eine enorm kostensparende Variante. Allerdings ist - wenn man bedenkt, dass an diesen Geräten noch immer nicht per Kreditkarte oder wenigstens Geldkarte bezahlt werden kann - der Mietpreis meiner Meinung nach zu hoch: €3 werden für 2 Stunden fällig, geht es über diesen Zeitraum hinaus, kostet das Einstellen eines Koffers €6 pro Tag!

Und: die Automaten nehmen nur Bargeld… nicht einmal mit Geldkarte kann bezahlt werden.

--- Update 03.05.13 ---

Heute hat der Automat 9 einen Euro verschluckt. Ich wollte meinen Koffer holen und warf eine Euromünze ein; nichts geschah - der Zahlbetrag verharrte auf 3€. Die Münze war aber weg!

Auf den Automaten steht, man solle bei Problemen zum Servicepoint gehen. Nun die Entscheidung: DB Info oder Reisezentrum? Ein Servicepoint war nirgends zu sehen.

Nach einigem Warten im Reisezentrum stellte sich dann heraus, dass ich zur Schließfachaufsicht gehen sollte… das ist in der Bahnhofshaupthalle neben Douglas. Dort bekam ich eine tolle Story mit und der Herr hinter der Theke gab mir freundlicherweise meinen Euro zurück - Interesse an dem Fehler hatte er aber nicht - auch die Automatennummer interessierte ihn nicht. Das nenne ich “Interesse am Job”!
Comments