Hans D. Baumeister

Hans D. Baumeister

Kurzbericht Forum LUR, 16.10.12

Gestern war wieder eine Forum Luft und Raumfahrt Veranstaltung zum Thema "ESA Ministerratskonferenz 2012: Chancen und Herausforderungen für die Raumfahrt in Europa".

Primäres Thema: die Ministerratskonferenz wird im November wieder über die Budgets zu Ariane, ISS, etc. entscheiden. Ist wohl alles ein bisserl knapp, vor allem weil einige Teilnehmerländer ihre Beigaben drastisch reduziert haben, bzw. ausgestiegen sind.

Wichtig ist vor allem, die Ariane-Plattform wettbewerbsfähig ggü. den Russen, Chinesen und Amerikanern zu halten; u.a. wird auch über die Entwicklung eines neuen Launcher gesprochen (Ariane 6). Dieser soll dann "elektrische Triebwerke" bekommen. Da ich mir darunter überhaupt nichts vorstellen konnte, habe ich mal nachgeschaut:

http://en.wikipedia.org/wiki/Ion_thruster

Altes Konzept, aber inzwischen wohl Salonfähig.

Auch ein guter Artikel dazu:
http://www.bernd-leitenberger.de/elektrische-antriebe.shtml

Das Problem mit Ariane 5 ist, ein Nachfolger wird frühestens in 12 Jahren möglich sein, d.h. die "5" (bzw. die "5ME") wird bis dann noch ihre Dienste leisten müssen. Das ist nicht so einfach, da der Wettbewerb Flüge der Industrie stark subventioniert.

In der Buffetschlange habe ich mich mit Jean-Jacques Dordain,
Director General der ESA (http://en.wikipedia.org/wiki/Jean-Jacques_Dordain) unterhalten - er hat auch konkrete Zahlen genannt: NASA z.B. nimmt für einen Government-Flug 120 Mio. $, für einen Industrieflug 59 Mio. $…

Trotzdem war ESA in der Lage, in 2012 bislang 24 Ariane zu starten (ohne Ausfall, sollte erwähnt werden - vor allem die Soyuz Raketen sind wohl nicht so zuverlässig) - davon nur 7 im Auftrag einer Mitgliedsregierung.

Auch interessant war ein Gespräch mit dem Kfm. GF der ZARM Fallturm Betriebsgesellschaft in Bremen - eine Tochter der Uni dort. Über den Fallturm habe ich schon mal einen Podcast-Bericht gehört, recht faszinierend:

http://de.wikipedia.org/wiki/Fallturm_Bremen
http://zarm.uni-bremen.de

Bei ZARM werden u.a. auch die
Magnetic Torquer der ZARM Technik AG, einem Spinoff der Uni, getestet. Magnetic Torquer werden für die Flugbahnstabilisierung von Satelliten verwendet und nutzen das Magnetfeld der Erde um ein Drehmoment in 3 Dimensionen im Satelliten zu erzeugen.
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