Hans D. Baumeister

Hans D. Baumeister

Warum ich nicht mehr bei Opodo buche

Da ich kurzfristig nach Amsterdam reisen musste und Lufthansa nur noch Business Klasse für den Rückflug im Angebot hatte, schaute ich kurz auf Opodo nach ob es noch andere Flüge gäbe die günstiger wären.

Prompt fand ich die selben Flüge wie auf Lufthansa.de gute 100€ günstiger - klar, da habe ich zugeschlagen. Die Buchung ging relativ reibungsfrei durch - über die Gestaltung von Webseiten kann man ja endlose Diskussionen führen, meiner Meinung nach gehört die von Opodo allerdings nicht zu den Besseren.

Prompt bekam ich auch eine Email mit der Bestätigung, dass die Buchnung in Bearbeitung sei. Kurz danach wurde mir eine sehr kurze Email zugestellt, dass es ein Problem mit meiner Kreditkarte gäbe und ich den Kundenservice anrufen solle. Klar, die Email kam um ca. 19:00 Uhr, der Kundenservice ist aber nur bis 18:00 Uhr erreichbar. Toll.

Opodo bietet für so wichtige Themen wie Zahlungsprobleme weder eine Email-Adresse noch ein Web-Formular, über die ein Kunde asynchron kommunizieren kann. Das darf ja auch gerne auf das eingeloggte Kundenkonto eingeschränkt werden, um Spam möglichst zu vermeiden.

Am nächsten Tag versuchte ich es mit dem Anruf. Mir wurde von einer Computerstimme mitgeteilt, dass 29 Anrufer vor mir dran wären und die durchschnittliche Wartezeit mit über einer Stunde berechnet wäre. Ich legte wieder auf - so viel Zeit hatte ich dann doch nicht zu verschwenden.

Also versuchte ich es heute Morgen nochmals. Diesmal nur 19 Anrufer und 28 Minuten. Scheinbar ist die Wartezeit nicht im linearem Verhältnis zur Anzahl der Anrufer aber sei's drum. In der Zwischenzeit versuchte ich in Parallel mein Glück mit einer Email an support@opodo.de. Eine Rückmeldung per Email habe ich bis dato nicht erhalten, auch keine dass es diese Adresse nicht gibt. War ja klar.

Faktisch hat wohl mein Kreditkarten-Anbieter die Zahlung abgewiesen. Opodo hatte auch schon die Transaktion komplett storniert, wurde mir mitgeteilt. Einfach so - eine Information (z.B. eine Email, das kostet nix) habe ich diesbzgl. nicht bekommen. Dass das System zu solchen Emails fähig ist zeigte sich, als ich den freundlichen Herrn am Telefon um eine schriftliche Bestätigung bat, die dann noch während des Telefonats bei mir ankam.

Opodo scheint zu denken dass sie unwichtige Ware handelt, bei der auch der Kunde kein Problem hat wabb sie ankommt oder ob sie überhaupt ankommt. Dass es im Onlinehandel guten Kundenservice geben kann beweist Amazon - Opodo hat nicht verstanden dass sie ohne treue Kundschaft kaum überleben wird. Man stelle sich vor, den Jahresurlaub bei Opodo zu buchen, bei solch einem grottenschlechten Service!

Nie wieder Opodo, schon gar nicht bei der Wartemelodie!
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Versteht der Bitkom sein Fachgebiet?

In der Wirtschaftswoche Online gab es gestern diesen Artikel zum Telekom-Sicherheitsdesaster zu lesen. Mit reißerischer Headline: "Der Fensterbauer haftet nicht, wenn eingebrochen wird".

Dem Artikel nach sagte die Bitkom-Geschäftsleiterin Sicherheit und Datenschutz, Susanne Dehmel: "Der Fensterbauer haftet auch nicht, wenn in eine Wohnung eingebrochen wird oder der Hersteller von Fahrradschlössern für den Diebstahl von Fahrrädern".

Versteht Frau Dehmel - und damit der gesamte Bitkom-Bereich überhaupt, um was es hier geht? Einen Internet-Router mit einem Fenster oder Fahrradschloss zu vergleichen deutet für mich darauf hin, dass die Komplexitäten der jeweiligen Technologien gänzlich falsch eingeschätzt werden.

Ein Internet-Router hat eine eingebaute Firewall - eine Software, dessen Aufgabe es ist erwünschte Kommunikation durch zu lassen und unerwünschte (z.B. Hackerangriffe) zu sperren. Einen solchen Router mit einem Fenster zu vergleichen ist wie der Vergleich zwischen einem Lenkdrachen und einer A380…

Übrigens haftet ein Fensterbauer sehr wohl, wenn er Sicherungszapfen nachweislich falsch einbaut oder diese komplett vergisst, das Fenster aber trotzdem als Sicherheitsklasse RC3 ausweist. Auch wenn dieser Vergleich immer noch der Komplexität eines Routers gerecht wird, kommen wir damit der Sache näher.

Und ja, wenn ein Unternehmen wie die Telekom sich für Billigware aus Fernost entscheidet und diese scheinbar nicht einmal einer eingehenden Überprüfung unterzieht, dann sehe ich (gewiss als juristischer Laie) sehr wohl ein Haftungsfall. Es gibt auch einen deutschen Routerhersteller, über erfolgreiche Hacks dessen Geräte mir nichts bekannt geworden ist. Klar, die kosten natürlich auch mehr.

Bitkom: Note 6, setzen!

Natürlich kann eine Herstellerhaftung nicht ohne Einschränkungen gelten. Öffnet ein unbedarfter Anwender die falschen Firewall-Ports nach draußen, muss er sich nicht wundern wenn Eindringlinge fröhlich in seinen Dateien stöbern - dafür sollte der Betreiber bzw. Hersteller eines Routers sicher nicht haftbar gemacht werden.
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Coding - Der Weg zur Erleuchtung?

Nachdem ich diesen Artikel in der Wirtschaftswoche gelesen hatte, ist dieses Blatt in meinen Augen um einige Punkte gesunken.

Ich liste hier ein paar Punkte auf, die ich als Gegeben sehe:

  • Um Programmieren wirklich lernen zu können, sitzt man länger an der Materie als zwei Wochenenden in einem der unseglichen "Crashkurse" die man im Internet für €50 oder mehr erwerben kann. Meine Wenigkeit hat vier Jahre lang Informatik studiert und ich habe die gesamte Zeit danach, als ich noch als Entwickler gearbeitet habe, dazugelernt.
  • Um das Web oder IoT oder Industrie 4.0 oder Blockchain als Konzepte zu verstehen, muss ich nicht Kodieren können - auch wenn das natürlich nicht schadet.
  • Eine App zu entwickeln ist ähnlich wie ein Auto zu entwickeln. Um ein Auto fahren zu können sollte man in Grundzügen verstehen, wie das Auto funktioniert (wird das heute noch in der Fahrschule beigebracht?), man muss aber nicht in der Lage sein ein solches selber zu konstruieren um es - auch sehr gut - fahren zu können.

Wer aber das Erlernen der Programmierung mit der
Aufklärung, die ca. 1700 begann und - meiner Meinung nach - noch immer nicht vollendet ist, vergleicht hat nicht wirklich verstanden was das Eine ODER das Andere ist! Dass die Wirtschaftswoche diese Ansicht unterstütz - die bestenfalls in der Blödzeitung ihren Platz hat - zeugt von fraglicher Kompetenz im Lektorat… oder es hat dort sonst niemand gelesen bevor es in den "Druck" ging. Schade eigentlich.

Keine Frage, es ist kein Fehler Kindern die Grundlagen der Programmierung beizubringen. Ich selber habe Programmieren auf einem ZX81 mit BASIC und danach Assembler gelernt, und zwar autodidaktisch. Dass die vier Jahre Studium der Informatik trotzdem nicht umsonst waren zeigt die Komplexität dieses Themas auf. Und fairerweise ist es ein riesiger Unterschied - vor allem in der Art wie man "sein Hirn um das Thema herumdrücken muss", ob ich eine einfache Skriptsprache lerne oder eine objektorientierte Hochsprache .

Alle die nach Lesen diesen Artikels nun meinen, das Erlernen des Programmierens würde ihnen helfen, bessere Menschen zu werden, muss ich jetzt wohl schwer enttäuschen. Um die Aufklärung zu verstehen und zu leben ist mehr gefragt als zu verstehen wie eine App gebaut wird. Vor allem die Erkenntnis, dass dies wohl kaum ausreichen kann.

Um die Ausmaße der (nahen) IT-Zukunft abschätzen zu können - nämlich dass die KI, vielleicht schon in den nächsten 20 Jahren, der Menschheit die Entscheidungsfreiheit nehmen wird, ist meiner Meinung nach keine Programmierfähigkeit notwendig. Die wird dann übrigens auch nicht mehr helfen, Kodieren zu können - dann ist es nämlich zu spät.
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Offizielle Rayban Website!

Unsere Schnäppchenkultur ist scheinbar auch außerhalb der Grenzen von Deutschland bekannt. So bin ich über dies hier gestolpert:

Screenshot 2016-09-28 08.25.53

Aha - das ist also die offizielle Website von Ray-Ban… hätte jetzt gedacht es wäre vielleicht www.rayban.com oder so, aber ok.
Hatten wohl Überproduktion und müssen die Lager leeren…
Das ist schon recht dreist, aber es steht ja bekanntlich jeden Tag ein Dummer auf.

Scheinbar stand der Server sogar in den USA, denn das kommt wenn man auf diese "offizielle" Ray-Ban Website geht:

Screenshot 2016-09-28 08.25.42

Wie viele "echte" Sonnenbrillen die wohl verkauft hatten bis der böse Federal Court Order ein Ende der Geschäfte bereitete? :-)

Hoffentlich nicht zu viele… ich glaube nämlich kaum, dass die Dinger ausreichenden UV-Schutz bieten!
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AirBerlin mit Online-FAIL

Eigentlich fliege ich gerne AirBerlin. Und seit ich eine TopBonus Silber Karte habe, ist das um einiges angenehmer geworden.
So ist z.B. die Reservierung von Standardsitzplätzen kostenfrei.

Dies läßt sich auch auf einfache Art und Weise gleich online erledigen - zumindest theoretisch.
Faktisch legt AirBerlin hier aber einen FAIL der grandiosen Art hin.

Zum einen frage ich mich, warum ich für zwei Reservierungen zu jeweils 0€ meine Zahlungsdaten eingeben muss? Da wäre doch eine If-Then Schleife in der Webanwendung möglich gewesen, sollte man denken.

Noch lästiger wird es aber dann beim Abschließen der Buchung, die bei mir seit Monaten so endet:

     Bei der Anmeldung Ihrer gewünschten Zusatzleistung ist ein Fehler aufgetreten.
     Die Reservierung konnte nicht vorgenommen werden.
     Für Rückfragen wenden sie sich bitte an unser Serviceteam.

Klasse. Immer das gleiche.

Also ruft man das Kontaktformular für die Reservierung von Sitzplätzen auf.
Irritierend wirkt es schon, wenn das Formular beim Absenden beschwert, dass man die Telefonnummer in üblicher Notation - also mit einem "/" zwischen Vorwahl und Nummer - schreibt. Wenn die Datenbank so dämlich aufgebaut ist, dass sie nur Ziffern in diesem Feld akzeptiert dann hätte sich der Programmierer doch bitteschön die Mühe machen können solche Zeichen einfach auszufiltern anstatt den Kunden mit seinen Unfähigkeiten zu nerven.

Als nächstes wird "gemotzt", dass der Text unzulässige Zeichen enthält:

2016-09-15 11.11.00

Nun fragt man sich, ob die unzulässigen Zeichen die Klammern sind, oder ob der Programmierer nicht in der Lage war hier das störende Zeichen einzublenden. Ich tippe auf letzteres.
Nur um sicher zu gehen, habe ich dann die zwei " entfernt, das hat aber nichts genützt - auch ohne sämtliche Satzzeichen (außer Komma und Punkt) wurden unzulässige Zeichen angemosert.

Beim nächsten Versuch, über "Weiter" endlich zum Ziel zu kommen, streikte dann der Re-Captcha am Ende des Formulars. Laut Fehlermeldung konnte er nicht geladen werden.

Der aktuelle, finanzielle Zustand der AirBerlin ist ja bekannt - allerdings glaube ich kaum, dass man über Webseiten die einfach nicht funktionieren eine Kundenbindung erzielt. Ich fliege in letzter Zeit wieder häufiger Lufthansa - das hat sicher nicht nur mit der grottigen Website von AirBerlin zu tun, aber auch.

Übrigens treten die hier genannten Fehler mit allen mir zur Verfügung stehenden Browsern auf: Chrome, Firefox und Safari.

Und warum schreibe ich in meinem Text nur "Programmierer" und nicht "Programmiererin"? Ganz einfach: ich bin ziemlich sicher, dass eine Programmiererin einen so schlechten Code nicht abgegeben hätte.
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